Herstellung

Ein Shyrdak entsteht mittels Nassfilzen, eine der ältesten Textiltechniken, die bei den Nomaden Zentralasiens bis heute eine wichtige Rolle spielt. Die Arbeit ist anstrengend und wird vor allem von Frauen geleistet, die in Gruppen gemeinsam an einem Objekt arbeiten.

Für einen Teppich wird die Wolle mehrerer Schafe benötigt. Die Wolle wird gewaschen, mit Seife getränkt, auf einer Fläche ausgelegt, anschließend aufgerollt und so lange gepresst und geknetet, bis sie nach Stunden ausreichend verfilzt ist. 

Nach dem Trocknen wird die Filzmatte bedarfsweise eingefärbt. Mit Kreide wird ein symmetrisches Ornament aufgezeichnet. Zwei verschieden gefärbte Filzmatten werden dann übereinander gelegt und das aufgezeichnete Muster durch beide Lagen hindurch ausgeschnitten. Anschließend werden die zerschnittenen Stücke versetzt auf eine etwas gröbere Trägerfilzschicht aufgesteppt. Der Stoß bzw. Übergang zwischen zwei unterschiedlichen Filzstücken wird mit einer Kordel (kirgisisch Jeek) kaschiert.

Es entstehen zwei doppellagige Teppiche mit identischem Muster, ein 'Positiv' und ein 'Negativ', ähnlich einer Spiegelung.

Die Teppiche sind traditionell zweifarbig, die gebräuchlichsten Farben sind Rot und Grün, oft auch die Naturtöne Braun und Beige. Die Ornamente sind nicht abstrakt, sondern sie haben alte symbolische Bedeutungen und sind abstrahierte Formen aus der Tier- und Pflanzenwelt der Bergsteppe. Farben und Farbkombinationen haben bestimmte Bedeutungen. Die Teppich aus Naryn gelten als die feinsten.

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